Am 17. März 2026 trafen sich 15 Mitglieder des Freundeskreises in der Krahnenberg-Kaserne in der „sogenannten „Wiege der Bundeswehr“ in Andernach.

Die Militärgeschichtliche Sammlung stellt den Beginn der Bundeswehr – obwohl es diesen Namen damals noch gar nicht gab – im Truppenlager Andernach dar. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen die Berichte zum 20. Januar 1956, als der damalige Bundeskanzler Dr. Konrad Andenazer die neuen Streitkräfte in Dienst stellte.

Das Truppenlager war einst 1937 als Luftwaffenlazarett I/XII „Hermann Göring“ entstanden. Dem Lazarett der nationalsozialistischen Luftwaffe folgten nach Kriegsende die Amerikaner, die das Gelände und die rund 40 Baracken als Teil ihrer berüchtigten Rheinwiesenlager nutzten. Dann lösten die Franzosen die Amerikaner ab und bauten ein Lazarett auf, das 1955 nach Koblenz verlegt wurde und aus dem das heutige Bundeswehr-Zentralkrankenhaus entstand.

Das „Truppenlager“, wie die Liegenschaft in den 1950-er Jahren einfach genannt wurde, war somit frei für die ersten Soldaten der neu gegründeten Streitkräfte der Bundesrepublik, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht Bundeswehr hieß.

Am 2. Januar 1956 rückten die ersten Freiwilligen des Heeres in Andernach, der Luftwaffe in Nörvenich und der Marine in Wilhelmshaven ein. Keine drei Wochen später, am 20. Januar 1956, begrüßte der Bundeskanzler die „Soldaten der neuen deutschen Streitkräfte“. Bemerkenswert ist daran, dass weder der damalige Bundespräsident Theodor Heuss noch Abgeordnete des Bundestages eine Einladung erhalten hatten. Adenauer wollte sich offensichtlich von niemandem die Show stehlen lassen.

In der letzten erhaltenen Original-Baracke von 1956 sind neben Exponaten vor allem die Bild– und Tonaufnahmen von Zeitzeugeninterviews mit den Männern der ersten Stunde von Bedeutung. Sie bilden den Kern der Ausstellung. Unter den Interviewten sind etwa neben General a.D. Hans-Henning von Sandrart auch ehemalige Mitglieder des Freundeskreises wie Generalmajor a.D. Anton Steer (verstorben 2025) oder Generalmajor a.D. Dietrich Genschel (verstorben 2017). In den einzelnen Räumen kann der Besucher sich die Videos – sortiert nach Themen wie Motivation, Ängste, Erste Schritte oder Ausbildung usw. – ansehen.

OTL a.D. Dieter Ulrich Schmidt, Initiator der militärgeschichtlichen Sammlung, führte die Besucher mit Begeisterung und Herzblut. Er und seine Frau Marianne als Mitstreiterin haben die Exponate und vor allem die Stimmen der damals Beteiligten in unzähligen Stunden zusammengetragen.

 

 

Ein Bericht von Oberstleutnant a.D. August Bauer